Konzept Unterricht „Deutsch als Zweitsprache“

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Gustav-Brunner-Schule Ginsheim-Gustavsburg

Oktober 2013

1) Schulspezifische Rahmenbedingungen und Ressourcen

Im Schuljahr 2013/2014 besuchen 207 Schülerinnen und Schüler die Gustav-Brunner-Schule. Über 50% hiervon sind Kinder mit Migrationshintergrund. Ein Großteil der Eltern stammt aus der Türkei.
Herkunftssprachen der Eltern GBS
Viele der Kinder wachsen mit zwei oder mehr Sprachen auf und kommen mit sehr unterschiedlichen sprachlichen Kompetenzen in die Schule. Der individuelle Sprachstand hängt dabei von mehreren Faktoren ab (Vgl. Günther/Günther (2004), S.107ff.):
Nationalitäten- und Sprachzugehörigkeit (Interferenzen Deutsch-Zweitsprache)

  • Entwicklungsstand der sprachlichen Kompetenz in der Muttersprache (Erstsprache)
  • individuelle Migrationsgeschichte (Herkunft, Traditionen, Religionen, Sprachgewohnheiten)
  • familiäre Voraussetzungen (z.B. das Interesse und Aufgeschlossenheit der Eltern, bzw. Erziehungsberechtigten gegenüber der deutschen Sprache, Kultur und Gesellschaft oder auch die Pflege des „Miteinander-sprechens“
    in der Familie)
  • individuelle Voraussetzungen der einzelnen Kinder, bspw. ihre bisherigen Erfahrungen im Umgang mit Erst- und Zweitsprache (positiv oder negativ?)
  • bereits durchgeführte Fördermaßnahmen (z.B. Würzburger Sprachtrainingsprogramm im Kindergarten)

Obgleich die meisten Kinder mit Deutsch als Zweitsprache über eine Handlungsfähigkeit in der deutschen Sprache verfügen, die es ihnen ermöglicht, sich im Alltag zu verständigen, reichen ihre sprachlichen Mittel oft nicht aus, um den Leistungsanforderungen im Unterricht zu entsprechen. Der Unterricht in „Deutsch als Zweitsprache“ (DaZ) hat zum einen als Ziel, Sprachbewusstheit zu entwickeln, das heißt die positive Wahrnehmung der Zwei- oder Mehrsprachigkeit zu fördern, als auch Sensibilität für die Bedeutung des richtigen Sprechens der jeweiligen Sprache zu schaffen. Zum anderen verfolgt der DaZ-Förderunterricht das Ziel, die Sprachkompetenz in den Bereichen Erzählen, Wortschatz, Grammatik, Hörverstehen und Sinnentnahme im mündlichen und darauf aufbauend auch im schriftlichen Sprachgebrauch weiterzuentwickeln. Er stellt methodisch wie inhaltlich eine Fortführung der Arbeit in den Vorlaufkursgruppen dar.

2) Aktuelle organisatorische Voraussetzungen des DaZ-Unterrichts
in den Jahrgängen 1 bis 4

Verteilung der zugewiesenen Stunden

Der Gustav-Brunner-Schule wurden im ersten Halbjahr des Schuljahres 2013/2014 25 Unterrichtsstunden zur Förderung von Kindern mit Deutsch als Zweitsprache vom zuständigen Schulamt zugewiesen. Diese werden folgendermaßen in der Stundentafel umgesetzt:
10 Stunden werden für die Umsetzung des Vorlaufkurses verwendet. Die Kindergartenkinder mit Förderbedarf sind derzeit in 2 Vorlaufkurs-Gruppen aufgeteilt und erhalten täglich eine Stunde Unterricht. Die beiden Kurse finden immer gleichzeitig statt.
15 der zugewiesenen Unterrichtsstunden sind folgendermaßen auf die Jahrgänge 1-4 verteilt:

Jahrgang 1 : 3,98 h
Jahrgang 2: 3,98 h
Jahrgang 3: 4 h
Jahrgang 4: 4,32 h

Die Dezimalzahl ergibt sich aus der Verlagerung von Teilen des Förderunterrichts auf Frühförderstunden, welche dem Regelunterricht zeitlich vorgelagert sind und 30-minütig abgehalten werden. Außerdem finden DaZ-Stunden parallel zum Religionsunterricht statt. Eine genauere Verteilung der Stunden auf die Jahrgänge kann der Tabelle im Anhang entnommen werden. Die DaZ-Fördergruppen sind klassenübergreifend zusammengesetzt, wobei die Gruppengrößen in den Jahrgängen unterschiedlich sind:

Jahrgang 1: 13 Kinder
Jahrgang 2: 17 Kinder
Jahrgang 3: 17 Kinder
Jahrgang 4: 16 Kinder

Die Zuständigkeit für die DaZ-Förderung liegt, soweit dies stundenplantechnisch eingerichtet werden kann, pro Jahrgang in den Händen einer Lehrkraft, um kontinuierliche Arbeit zu ermöglichen. Ein regelmäßiger Austausch zwischen den DaZ-Lehrkräften und den Klassenlehrerinnen der Kinder ermöglicht die Umsetzung individueller Fördermaßnahmen im Regelunterricht. Themen des Regelunterrichts werden stellenweise im DaZ-Unterricht aufgegriffen (bspw. Wortschatz-Arbeit zu aktuellen Unterrichtsthemen).

Zugewiesenes Budget für DaZ-Lehrmittel

Für das Schuljahr 2013/14 wurde der Gustav-Brunner-Schule für Deutsch-Fördermittel ein Betrag von 100 Euro zugewiesen, dessen Verwendung derzeit in der DaZ-Arbeitsgruppe diskutiert wird.

3) Zielsetzung der DaZ-Förderstunden

Die sprachliche Arbeit in den Vorlaufkursen und der DaZ-Unterricht als eigenständige, vom Deutschunterricht unabhängige Fördermaßnahme, sollen Kinder nichtdeutscher Herkunftssprache für eine erfolgreiche Teilnahme am Unterricht aller Lernbereiche und Fächer qualifizieren.
Die DaZ-Fördermaßnahmen sollen unter anderem…
… zum Sprachlernen und Sprechen motivieren
…mündliche als auch schriftliche Sprachkompetenz durch die Bereitstellung
lebensbedeutsamer und handlungsorientierter Situationen schaffen
…Wortschatz, Satzbau- und Grammatikkenntnisse entwickeln und
ausbauen
…individuelles Erlernen der Zweitsprache ermöglichen
…Sprachreflexion anregen
…interkulturelle Inhalte thematisieren

4) Umsetzung der Ziele

4.1) Bedarfsermittlung

An der Gustav-Brunner-Schule stellt das Programm „Deutsch für den Schulstart“, entwickelt an der Universität Heidelberg, die Basis für die Sprachförderung in den Vorlaufkursen dar. Vor Aufnahme in den Vorlaufkurs wird der Sprachstand der entsprechenden Kinder mithilfe des zum Förderprogramm gehörigen Eingangstests erfasst. Überprüft werden die Fähigkeiten in den Bereichen Satzbau, Formenbildung und Erzählen. Die Förderdiagnostik wird erneut verwendet, um am Ende der Förderung in den Vorlaufkursen, kurz vor Schuleintritt, den Lernfortschritt der Kinder zu erfassen. Damit soll den DaZ-Lehrkräften, die im ersten Schuljahr die Arbeit mit „Deutsch für den Schulstart“ fortsetzen, ein Anknüpfen an den individuellen Lernstand der einzelnen Kinder ermöglicht werden. Am Ende des ersten Schuljahres findet erneut eine Überprüfung der Entwicklung des Sprachstandes mithilfe der Diagnostik zu „Deutsch für den Schulstart“ statt.

Um den individuellen Förderbedarf in Jahrgang 3 und 4 zu ermitteln wird derzeit im Laufe des ersten Schulhalbjahres der 3. und 4. Klasse das Diagnoseverfahren „Sprachstandsüberprüfung und Förderdiagnostik für Aussiedlerkinder (SFD 3/4)“ an der Gustav-Brunner-Schule erprobt und diskutiert. Hierbei handelt es sich um ein nicht-standardisiertes Verfahren der Sprachstandsdiagnostik. Endgültige Resultate und Reflexionen zur Erprobung der Testung liegen zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht vor, da die Testung noch nicht abgeschlossen, ausgewertet und evaluiert ist.

4.2) Arbeit in den einzelnen Klassenstufen

Vorlaufkurs

Kinder, deren Deutschkenntnisse für eine erfolgreiche Teilnahme am Unterricht der ersten Klasse noch nicht ausreichen, haben an der Gustav-Brunner-Schule die Möglichkeit, im Schuljahr vor der Einschulung einen Vorlaufkurs zu besuchen. Nach dem Anmeldegespräch im Januar des Jahres vor der Einschulung wird bei sprachauffälligen Kindern durch eine Sprachstandserhebung (Diagnostik zu „Deutsch für den Schulstart“) festgestellt, ob ein Kind zusätzliche Sprachförderung benötigt. In diesem Fall wird die Teilnahme am Vorlaufkurs empfohlen.

Im Schuljahr 2013/2014 werden 18 Kindergartenkinder im Vorlaufkurs gefördert. Dieser findet während des gesamten Schuljahres täglich in der ersten Unterrichtsstunde in Räumlichkeiten der Gustav-Brunner-Schule statt, die entsprechend der Ansprüche an vorschulische Sprachförderung ausgestattet wurden.

Zwei geschulte Lehrkräfte des Vorlaufkurses arbeiten parallel nach dem Programm „Deutsch für den Schulstart“. Die Kinder in beiden Gruppen befinden sich auf unterschiedlichen Sprachniveaus. Die Fördereinheiten haben grundsätzlich spielerischen Charakter, thematisieren alltägliche Kommunikationssituationen und beziehen auch kognitive Funktionen von Sprache mit ein (Anbahnung von Literalität).

Jahrgang 1

Der DaZ-Unterricht in der ersten Klasse knüpft nahtlos an die Arbeit in den Vorlaufkursen an. Die Sprachstandsdiagnostik am Ende des Vorlaufkurses und ein Austausch zwischen Vorlaufkursleiterinnen und Erstklasslehrerinnen soll eine weitgehend kontinuierliche Arbeit mit dem Programm „Deutsch für den Schulstart“ ermöglichen, das im ersten Schuljahr fortgesetzt wird. Im ersten Schuljahr stehen wie auch im Vorlaufkurs der Aufbau eines Grundwortschatzes und die Auseinandersetzung mit authentischen Kommunikationssituationen im Vordergrund. Der Schwerpunkt liegt beim Hören und Sprechen.

DaZ-Unterricht in den Jahrgängen 2 bis 4

Die inhaltliche und didaktisch-methodische Konzeption des DaZ-Unterrichts in den Jahrgängen 2 bis 4 soll sich in Zukunft an den Standards des Fernstudienkurses „Deutsch als Zweitsprache für die Primarstufe“ des Goethe-Instituts München orientieren, welcher von einer Kollegin (Frau Keim, Ansprechpartner der GBS für den Bereich DaZ) absolviert wurde. Den inhaltlichen Rahmen des DaZ-Unterrichts in den Klassen 2-4 bilden die folgenden Themenbereiche, welche in zyklisch sich erweiternden Lernsituationen thematisiert werden.

Die DaZ-Gruppe der Gustav-Brunner-Schule hat bei deren Auswahl sowohl Veröffentlichungen des Hessischen Kultusministeriums (z.B. Handreichung für den DaZ-Unterricht in Intensivklassen und Intensivkursen), Unterrichtsmaterialien für den DaZ-Unterricht (z.B. Finken- DaZ-Box) als auch den Lehrplan Deutsch als Zweitsprache des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus hinzugezogen.

Themenbereiche Jahrgang 2 bis 4:
  1. Ich und du (z.B. sich begrüßen und verabschieden, voneinander etwas erfahren, etc)
  2. Lernen (z.B. Tätigkeiten in Schule , Schulsachen, Räumlichkeiten, etc)
  3. Sich orientieren (z.B. Ortsangaben, Zeitangaben, Fortbewegung, Einkaufen, etc.)
  4. Miteinander leben (z.B. Familie, Freizeitbeschäftigungen, Wohnen, etc.)
  5. Was mir wichtig ist (z.B. Hobbys, Spiele und Spielzeug, Tiere, Freundschaft, Medien, etc.)
  6. Sich wohl fühlen (z.B. persönliches Befinden, Körper, Wetter, Natur, Fantasiewelten,…)

Anhand dieser Themen des Alltags werden sowohl individuelle Wortschatzarbeit betrieben als auch syntaktische Strukturen erworben.

Das methodische Vorgehen im DaZ-Unterricht ist vielfältig und vor allem nach den Bedürfnissen der Kinder und den Gegebenheiten des zu vermittelnden sprachlichen Inhalts ausgerichtet. Unterschiedliche Themen erfordern verschiedene, möglichst lebensnahe und handlungsorientierte Zugangswege, welche die Kinder Sprache als lebendig erleben lassen.

Bei der Zusammenarbeit in der DaZ-Arbeitsgruppe, die zwecks Austausch und Konzeptionierung des DaZ-Unterrichts regelmäßig zusammenkommt, hat sich in der Vergangenheit folgende Problematik gezeigt:

Unterschiedliche methodische Ansätze (lehrwerksorientierte ↔ lehrwerksunabhängige, offene Unterrichtsgestaltung), unzureichende fachliche Ausbildung und daher mangelnde Sicherheit im Bereich DaZ bei vielen Lehrkräften

Unterschiedliche inhaltliche und damit verknüpfte methodische Vorgehensweisen aufgrund der verschiedenen Jahrgänge/ Altersstufen

Bei Schuljahresneubeginn gelegentlich stundenplanbedingte Änderung der Lehrkräfte im Fach DaZ → fehlende Kontinuität

Um den DaZ- Unterricht von Klasse 2 bis 4 sowohl inhaltlich als auch methodisch aufeinander abzustimmen, hat sich die DaZ-Arbeitsgruppe darauf geeinigt, die Inhalte der DaZ-Fortbildung am Goethe-Institut mit Unterstützung von Frau Keim gemeinsam zu erarbeiten und einzelne Unterrichtsideen in den 4 Jahrgängen zu erproben. Zu diesem Zweck finden regelmäßige Treffen der DaZ-Lehrerinnen statt, in denen eine Auseinandersetzung mit dem stark handlungs- und lernerorientierten Ansatz stattfindet. Im Schuljahr 2013/14 werden diese Gestaltungsideen erstmals im Unterricht umgesetzt und anschließend evaluiert.

Daraus resultierend wären als wichtigste pädagogisch-didaktische Prinzipien für den DaZ-Unterricht zu nennen:

1) Spracherwerb als interaktiver Wachstumsprozess:
Spracherwerb findet individuell statt und kann daher vor allem durch eine offene Unterrichtsgestaltung gefördert werden, in der Eigenaktivität der Schülerinnen und Schüler in authentischen Kommunikationssituationen ermöglicht werden

2) Der Lernende steht im Mittelpunkt: Aufgrund der unterschiedlichen Sprachniveaus ist individuelle Differenzierung im DaZ-Unterricht unverzichtbar. Individuelle Zugangswege zum Lerninhalt werden ermöglicht, das einzelne Kind auf seinem Sprachniveau angesprochen und gefördert. Ausgangspunkt sind die Interessen und alltäglichen Begegnungen der Kinder mit Sprache. Die anfangs genannten Lernfelder erlauben inhaltliche Offenheit, Spontaneität und Situativität im DaZ-Unterricht, um den Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler gerecht zu werden.

3) Interkulturelles Lernen:
Die Lebenswelt der Kinder, ihre Vorerfahrungen mit Sprache, auch mit der Erstsprache, wird in den DaZ-Unterricht einbezogen. Kulturelle Vielfalt wird thematisiert und gewürdigt.
(Vgl. auch Lehrplan Deutsch als Zweitsprache, Bayern)

Als Konsequenz ist der DaZ-Unterricht an der Gustav-Brunner-Schule methodisch durch folgende Elemente geprägt (hierbei handelt es sich um Beispiele für die Unterrichtsgestaltung, die derzeit erprobt werden:

  • Anfertigung von individuellen „Sprachsammlungen“, bspw. in Form von Sprachtagebüchern; Thematisierung in Unterrichtsgesprächen
  • kreatives Schreiben in Schreibwerkstätten mithilfe gemeinsamer Wortschatzerarbeitung
  • projektorientiertes Arbeiten zu Themen, welche nach den Interessen der Kinder ausgewählt werden (bspw. eine Ausstellung zu den Herkunftsländern der Kinder)
  • spielerische Lernformen (u.a. auch Herstellen eigener Spiele)
  • Außerschulisches Lernen (u.a. auch durch „Außenaufträge“ wie Personenbefragungen zu bestimmten Themen, Sammlung von Gegenständen zu einem Thema, Zusammentragen, Besprechung und Präsentation der Ergebnisse)
  • Lernen an differenzierten Übungsstationen
  • Einbezug neuer Medien (u.a. zur Recherche)
  • Szenisches Spiel (z.B. „Von der literarischen Vorlage zur Aufführung des selbst verfassten Theaterstücks“)

Aufgrund dieses didaktisch-methodischen Ansatzes wurde von der Anschaffung neuer „DaZ-Lehrwerke“ abgesehen. Wenn sinnvoll, werden in die Arbeit im DaZ-Unterricht gelegentlich Materialien aus den Lehrwerken „Xa-Lando- Training Deutsch als Zweitsprache“ (Schöningh) und „Sprache erwerben: Hören, Verstehen, Schreiben“ (Finken Verlag) hinzugezogen.

5.) Kooperation

…im Kollegium

Zur Kooperation und Weiterentwicklung des DaZ-Konzeptes finden in vierwöchigen Abständen Treffen der DaZ-Arbeitsgruppe statt.

Um den DaZ-Unterricht stärker mit dem Pflichtunterricht in den Kernfächern zu verknüpfen, werden die Förderstunden für Kinder mit Deutsch als Zweitsprache in den vier Jahrgängen weitgehend von einer der Klassenlehrerinnen des jeweiligen Jahrgangs erteilt. Da innerhalb der Jahrgänge enge Koordination stattfindet, kann die DaZ-Lehrerin bei Bedarf die Spracharbeit im DaZ-Unterricht auf die Inhalte in den Pflichtfächern ausrichten (z.B. Wortschatzarbeit zu einzelnen Unterrichtsthemen).

Darüber hinaus fand im April 2013 eine pädagogische Konferenz zum Thema „Eignung ausgewählter Deutsch-Lehrwerke zur Förderung von Kindern mit Deutsch als Zweitsprache“ statt. Hierfür arbeitete die DaZ-Gruppe im Vorfeld ein Bewertungsraster für Deutsch-Lehrwerke aus, mit dessen Hilfe das Kollegium die Lehrwerke

  • Bausteine (Diesterweg)
  • Der Die Das (Cornelsen)
  • Xa-Lando (Schöningh)
  • Pusteblume/ Löwenzahn (Schroedel) und
  • Karibu (Westermann)

auf deren Zugänglichkeit und Tauglichkeit für Kinder mit Deutsch als Zweitsprache untersuchte.

In Kleingruppen wurden die Lehrwerke (jeweils die Ausgabe für Jahrgang 3) und alle Zusatzmaterialien ausschließlich auf die Aspekte Wortschatzarbeit, Satzbau (bspw. auch bei Arbeitsaufträgen), Angebote, die das Sprachverständnis unterstützen (z.B. Bebilderung) und Zusatz-Materialien für DaZ-Kinder hin untersucht. In einer weiteren Konferenz wurden die Arbeitsergebnisse zusammengetragen, wobei das Kollegium schlussfolgerte, dass alle untersuchten Lehrwerke keine optimale Lösung für Kinder mit Deutsch als Zweitsprache darstellen oder aber aufgrund ihrer Kosten im Rahmen der Lehrmittelfreiheit nicht finanzierbar sind (bspw. Der Die Das, Cornelsen). Das Kollegium entschied sich daher für die Beibehaltung des bisherigen Lehrwerks (Bausteine, Diesterweg) und nimmt Impulse aus den gesichteten Lehrwerken in den DaZ-Unterricht auf.

…mit den Kindertagesstätten

Die Gustav-Brunner-Schule kooperiert entsprechend den Anforderungen des Bildungs- und Erziehungsplanes regelmäßig mit den Kindergärten des Stadtteils Gustavsburg. Die Kooperationstreffen dienen auch dazu, sich über die Förderung der Kinder mit Deutsch als Zweitsprache in den Kindertagesstätten und in der Grundschule (Vorlaufkurs) auszutauschen, um beim Eintritt der Kinder in die Grundschule eine Fortsetzung der Förderung zu gewährleisten. Ein Vorlaufkurs wird von einer auch in einer der Kitas tätigen Sozialpädagogin geleitet, wodurch die Verzahnung zwischen der Arbeit in Elementar- und Primarstufe noch verbessert werden konnte.

Bei gemeinsamen Elternabenden der Kindertagesstätten und der Gustav-Brunner-Schule (v.a. Informationsabend zum Übergang vom Kindergarten in die Grundschule) informieren Erzieherinnen und Lehrerinnen die Eltern gemeinsam über die Förderung von Kindern mit Deutsch als Zweitsprache und geben ihnen Anregungen für die Förderung zu Hause.

…mit den Eltern

Eine Information der Eltern über die Bedeutung des Erwerbs der deutschen Sprache erfolgt bereits bei den Anmeldegesprächen für die Schulanfänger und beim oben genannten Infoabend der Kitas.

Danach werden die Eltern regelmäßig auf den Klassenelternabenden als auch individuell in persönlichen Beratungsgesprächen sowohl von den Klassenlehrerinnen als auch der jeweiligen DaZ-Lehrkraft über die Inhalte des DaZ-Unterrichts informiert.

6.) Arbeitsvorhaben DaZ- Ausblick

Schwerpunkt Elternarbeit

Geplant ist die Durchführung eines speziellen Elternabends für Eltern von Kindern mit Migrationshintergrund, welcher über das Thema Zwei- oder Mehrsprachigkeit (Hürden und Chancen) informieren soll. Weiterhin hat ein erster Ideenaustausch über eine Kooperation mit den Kindertagesstätten zur Einrichtung von Sprachkursen für Eltern mit Migrationshintergrund im Stadtteil Gustavsburg stattgefunden. Dieser Ansatz soll in der nächsten Zeit weiterverfolgt werden.